Modellprojekt des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales
Fachinformationen und Ankündigungen

GEWALT
OHNMACHT UND VERANTWORTUNG

Vortragsreihe in Kooperation mit dem Traumanetz Sachsen, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, dem Lenkungsausschuss zur Bekämpfung häuslicher Gewalt und dem Weißen Ring e. V. 

Eintritt: 3 €, Schüler und Studenten kostenlos

Jeder Vortrag ist mit zwei Punkten als Fortbildung für Ärzte und Psychotherapeuten zertifiziert.

Gewalt ist präsent: Bilder von brutalen Angriffen auf wehrlose Menschen in der Presse vergisst niemand so schnell, und das Gefühl von Bedrohung steigt. Lang zurückgehaltene Berichte von sexuellem Missbrauch in der Kindheit erschüttern die Öffentlichkeit. Da hilft es nicht, dass die Kriminalstatistik belegt, dass die Zahl der Gewalttaten zurückgeht. Jedes Erleben von Gewalt verletzt Menschen nachhaltig in ihrer Integrität. Und doch ist es unterschiedlich, was Menschen als Gewalt empfinden. Wo beginnt Gewalt? Diese Frage wird aus Sicht des Opfers anders beantwortet als aus der Täterperspektive und noch anders von Juristen. Warum wird ein Mensch gewalttätig? Wie können Opfer mit diesen Erfahrungen weiterleben? Wie gehen die Beteiligten mit der Schuld um? Welche Rolle spielt Strafe und Wiedergutmachung – für die Opfer, für die Täter, aber auch für die Gesellschaft?

Und was macht stark gegen Gewalt? Um diese Fragen geht es in den fünf Vorträgen, die sich nicht nur an Berater, Sozialarbeiter, Polizisten, Ärzte oder andere medizinische Fachkräfte wenden, sondern auch an Gewaltbetroffene, Lehrer, Erzieher und eine sensibilisierte und interessierte Öffentlichkeit

7. September, Mittwoch, 18 Uhr
Gewalt konkret – Fakten, Maßnahmen, Konsequenzen

Markus Ulbig, Sächsischer Staatsminister des Innern

Dr. Christine Bergmann, Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Bundesministerin a. D.,

Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert, Klinik für Kinderund Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Universität Ulm

14. September, Mittwoch, 18 Uhr
Familien in Not – Belastungs- und Schutzfaktoren nach Gewalterleben


Dr. Julia Schellong, Psychotraumatologin, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, Katharina Halgasch, Sachgebietsleiterin des Allgemeinen Sozialen Dienstes Leuben und Prohlis, Georg Flockerzi, Richter am Amtsgericht Dresden 

21. September, Mittwoch, 18 Uhr
Schuld und Verantwortung – Eine Herausforderung für Opfer und Täter


Prof. Dr. med Ulrich Sachsse, Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Asklepios Fachklinikum Göttingen

Schwester M. Victoria Jazdzewski, Gefängnisseelsorgerin und Gemeindereferentin, Gotha 

28. September, Mittwoch, 18 Uhr
Leben nach der Straftat – Zur Rolle von Beistand, Wiedergutmachung und Strafe


Anja Wille, Opfervertreterin,

Geert Mackenroth, MdL, Landesvorsitzender des Weißen Rings Sachsen

Rita Steffes-enn, Dipl.-Sozialarbeiterin, Stellvertretende Leiterin des Instituts für Psychologie und Bedrohungsmanagement Darmstadt

6. Oktober, Donnerstag, 18 Uhr
Bedrängt, bewegt, bestärkt – Was Musik bewirken kann

Vortrag mit Musikbeispielen

Prof. Dr. med. Peer Abilgaard, Leiter der psychiatrischen Klinik des Marienhospitals Duisburg und des Peter-Ostwald-Instituts für Musikergesundheit an der Hochschule für Musik und Tanz Köln

Musiker: Isang Enders, Violoncello, Andreas Hering, Klavier

Diese Veranstaltung findet im Begleitprogramm der Ausstellung „Images of the Mind. Bildwelten des Geistes aus Kunst und Wissenschaft“ statt und stellt gleichzeitig den Auftakt zur Fachtagung „Trauma und Ressourcen – Was schützt, was stärkt, was heilt?“ dar, der am Freitag, 7. Oktober, im Deutschen Hygiene-Museum beginnt.

www.traumanetz-sachsen.de