Modellprojekt des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales
Modellprojekt in Kooperation mit dem Jugendamt

Gewalt gegen Kinder in Familien ist ein in der Gesellschaft und auch in medizinischen Fachkreisen immer wieder stark diskutiertes Thema.

Aus den Erfahrungen mit dem Modellprojekt „Hinsehen-Erkennen-Handeln. Aktive Hilfen im Gesundheitswesen“, welches auf die Sensibilisierung von medizinischen Fachkräften zum Thema häusliche Gewalt (also Partnerschaftsgewalt) abzielte, und dem hier beschriebenen Projekt zeitlich voranging, ergaben sich zwei wichtige Schlussfolgerungen:

  1. Pädiatrisch tätige Fachkräfte sind bereits relativ gut informiert, was mögliche Hinweise auf Gewalt in der Familie und Handlungsmöglichkeiten betrifft. Dennoch wünschen Sie sich dringend weitere Fortbildungen vor allem zu Themen wie Gesprächsführung mit Eltern und konkrete Hilfsmöglichkeiten für den medizinischen Alltag.
  2. Die Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfesystem und medizinischem System ist teilweise immer noch von gegenseitigen Vorbehalten geprägt. Oft ist nicht ganz klar, welche Möglichkeiten und Grenzen die Arbeit der jeweils anderen Profession bestimmen.


Folgerichtig wurde das Modellprojekt „Hinsehen-Erkennen-Handeln. Kinderschutz im Gesundheitswesen“ entwickelt, in dem beispielhaft für die Stadt Dresden

  • in enger Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Dresden und dem Kinder- und Jugendärztlichen Dienst Fortbildungen für Mediziner angeboten werden, in denen die Aufgaben und Möglichkeiten des Jugendamtes und des Gesundheitsamtes für den Kinderschutz dargestellt werden
  • Materialien zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen medizinischem und Jugendhilfesystem entwickelt werden
  • gemeinsam Wege erdacht werden, die Zusammenarbeit transparenter zu machen (beispielsweise über Rückmeldungen zu den „gemeldeten“ Fällen an die Melder) und die Arbeit der Mediziner zu erleichtern
  • ein Austausch stattfindet, welche Bedarfe bei den jeweiligen Projektpartnern gesehen werden, um den Kinderschutz zu verbessern.

Laufzeit: 1.1.2011-31.12.2011

Projekttbeteiligte: Es ist gelungen, verschiedenste Professionen für die Ausgestaltung des Projektes zu gewinnen.

  • Jugendamt der Stadt Dresden
  • Kinder- und Jugendärztlicher Dienst des Gesundheitsamtes der Stadt Dresden
  • Universitätsklinikum Dresden mit den Kliniken: Psychosomatische Klinik, Kinderklinik, Kinderchirurgie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gynäkologie, Institut für Radiologische Diagnostik
  • Institut für Rechtsmedizin der TU Dresden
  • Krankenhaus Dresden Neustadt: Kinderklinik
  • Deutscher Kinderschutzbund, Landesverband Sachsen


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